WB PFLEGERSCHULE

 

ENTWURFSIDEE

Die Raumstrukturen Lernen und Lehren werden in zwei klar orientierten und ablesbaren Baumassen realisiert. In deren Mitte überlagern sich die Funktionen in den Sonderbereichen Audimax, Aula, Bibliothek und  Ausstellungsbereich in räumlich strukturierter Ordnung.

 

LAGE, BAUPLATZ, GEBÄUDE

Der Bauplatz befindet sich im Nordwesten des Areals des Wilhelminenspitals. Nach Norden wird er von der, entlang der Grundstücksgrenze ansteigend verlaufenden Johann Staud Gasse und nach Süden von einer, innerhalb des Spitalsgeländes projektierten,  parkartigen Grünzone begrenzt. Das Gelände steigt von NO nach SW um einige Meter an.

Spannungsvoll folgen die beiden  in sich verschränkten Baukörper dieser Tektonik. Die Verschränkung erfolgt sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Richtung. Das dadurch entstehende Gebäude ist klar nach seinen Funktionen,  Verwaltung im Nordflügel und Schule im Südteil gegliedert. Diese funktionale Gliederung ist sowohl an der Fassade ablesbar als auch im Inneren von den Nutzern leicht zu erfassen.

 

FUNKTIONEN

Das Gebäude wird im zentralen Knotenpunkt betreten. Die offen gestaltete Mittelzone bedient die multifunktionalen Nutzungen wie das Audimax  und das Depot für Exponate im Erdgeschoss und die Bibliothek im 1. Obergeschoss. Eine großzügige Stiege und ein Lift führen aus dem Foyer direkt zu den Zentralgarderoben und Bewegungsräumen im Untergeschoss und zu den Aufenthalts- und freien Lernzonen der Schule in den Obergeschossen. Verglasungen und Lufträume schaffen Blickbeziehungen und eine leichte Orientierung innerhalb des Gebäudes sowie Bezug zur Umgebung. Weiters  bietet das Foyer im Erdgeschoss einen flexibel gestaltbaren Bereich für schulische und externe Veranstaltungen.
Die Schule selbst erstreckt sich über 3 Ebenen im Südwesten.
Dieser gegenüber liegt im Norden die Verwaltung auf zwei Geschossen. Ein Untergeschoss folgt mit den Bewegungsräumen dem Gelände. Dieser Höhenversatz erlaubt einen zweiten Eingang für eine externe Benutzung der Bewegungsräume und des Fahrradabstellraumes, sowie die Bedienung des Bekleidungsautomaten.

 

KOMMUNIKATION UND ENTSPANNUNG

Attraktiv gestaltete Zonen an beiden Enden der schulischen Nutzung bieten Raum für Entspannung und freies Lernen. Die offenen Entspannungszonen im Zentrum des Gebäudes sind durch die Blickbeziehungen innerhalb des Gebäudes auch als Kommunikationszonen nutzbar. Im 1. Obergeschoss dient dieser Bereich zusätzlich als Wartezone für die Direktion und die Prüfungsräume. Die Terrasse im 2.Obergeschoss bietet geschützten Aufenthalt im Freien und einen großartigen Blick über Wien.
Kleine, als Nischen gestaltete Lernzonen im Süden laden zum Rückzug ein. Im Erdgeschoss befindet sich gegenüber dieser Entspannungs- und Lernzone der Pausenruheraum mit direkter Verbindung ins Freie.

 

AUSFÜHRUNG IM DETAIL

Die Copy & Print Bereiche sind freistehende Möbel. Als zusätzlicher Stauraum sind in allen Geschossen in den Trennwänden zwischen Gang und Unterrichträumen lineare Kastenelemente integriert. Durch eine Verglasung oberhalb dieser Elemente sowie durch Oberlichten bei allen anderen Aufenthaltsräumen wird eine zusätzliche natürliche Belichtung der Erschließungszonen geschaffen.
Im Verwaltungsbereich wird durch eine Oberlichte und eine Deckenöffnung natürliche Belichtung bis ins Erdgeschoss auch im Gebäudeinneren gewährleistet.

 

BAUWEISE, BESCHATTUNG UND TECHNIK

Das Gebäude ist in einer Mischbauweise aus Stahlbetonscheiben- und Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Die Zwischenwände sind in Leichtbauweise mit Oberlichtbändern zu den Erschließungsflächen ausgeführt. Die hochgedämmte Gebäudehülle, die mit einem keramischen Plattenbelag eine strukturierte und wartungsfreie Oberfläche besitzt,  wird mit 3 Scheiben Verglasung in Passivhausqualität ergänzt.
Mit Beschattungselementen und Tageslichtnutzung werden natürliche Ressourcen optimal genutzt. Die Kühllasten werden mit massiven Bauelementen mittels Speichermassen reduziert.
Das Gebäude wird mit Flachradiatoren ausgestatten. Im Foyer und in den zentralen Erschließungsbereichen kommt eine Fußbodenheizung zum Einsatz.

 

FREIBEREICHE, AUSSENERSCHLIESSUNG; BEPFLANZUNG

Der Vorplatz erscheint urban mit einem Plattenbelag ausgestaltet. Er ist barrierefrei zu erreichen. Sitzmöglichkeiten bieten Platz  zum Verweilen.

Der sich zum Park öffnende Freibereich ist mit flach modellierten Geländeschollen strukturiert, die Sitzbbereiche anbieten.  Das Verweilen im Liegen während einer Pause wird auf den flach geneigten

Bereichen der Schollen auf weichem EPDM-Belag möglich. Umrandet werden die Schollen vom Plattenbelag des Vorplatzes. Ausgänge zum Freibereich von der Aula und direkt vom Pausenbereich bieten barrierefreie Durchwegung für alle Nutzungen.

Der Zugang für Externe und  Anlieferung ist an der Johann Staud Straße angeordnet.

 

 

 

 

Anerkennung
Planung /
2012
Bauherr /
Wr. KAV
Partner /
Arch DI F. Horvath