WB FEUERWEHR LUSTENAU

WB FEUERWEHR LUSTENAU

Architektur und Städtebau Eine Feuerwehrwache ist nicht nur ein Gebrauchsgebäude sondern immer auch ein positiv besetztes Identifikationsobjekt der Ortsgemeinde. So vereinigt sich in diesem Bauwerk höchste Funktionalität mit optischer Präsenz. Städtebaulich ist der Entwurf parallel zur hinteren Grundstücksgrenze, bzw. zur Schule angeordnet. Der Baukörper ist als einfache Box ausgebildet, um die hohe Funktionalität der Abläufe zu verdeutlichen. Die Schlichtheit des Baukörpers wird zusätzlich durch vertikal angeordnete Pfosten (5x10cm) aus heimischer Weißtanne unterstrichen. Die Holzfassade wirkt so auch als konstruktiver Sonnenschutz. Das einheitliche Erscheinungsbild des Gesamtbaukörpers wird drei Mal durchbrochen, um die wichtigsten und symbolhaftesten Funktionen der Feuerwehrwache zu verdeutlichen: • Die gesamte Front der Garage ist durchsichtig gestaltet, um auch die inneren Abläufe zeigen zu können. • Der „Florian“, als Dreh- und Angelpunkt eines jeden Einsatzes ist als Monitor kenntlich gemacht und hebt sich durch die Fassadengestaltung aus Corten-Stahl ab. • Als auffälligstes Symbol eines Feuerwehrhauses ist die Fassade des Schlauchturms in Corten-Stahl ausgeführt. Der Turm trägt auch den herausgeschnittenen und hinterleuchteten Schriftzug „Feuerwehr Lustenau“. Der rötliche Rost ist die architektonische Übersetzung des Feuerwehrrots. Die orthogonale Ausrichtung des Gebäudes an den hinteren Grundstückgrenzen ergibt eine leichte Verdrehung zur Neudorfstraße und folglich eine bessere Sichtbarkeit vom Zentrum kommend. Die Anordnung am Grundstück erfolgt nach Westen hin mit dem Mindestabstand von 4,50 Metern und zum östlichen Grundstück hin mit 6,40 Metern. Die Zufahrt zum hinteren Bereich erfolgt an der östlichen Grundstücksgrenze. Diese Anordnung wurde gewählt, um zum Einen den Autoverkehr vom fußläufigen Zugang zur Schule fern zu halten und zum Anderen eine möglichst großen Abstand zum östlichen Nachbargebäude zu gewährleisten. Hier soll zusätzlich ein Grünbereich als Puffer dienen. Funktionen und Abläufe - Gebäude Das Gebäude gliedert sich in vier Zonen. In den • westlich gelegenen Organisationsbereich, • mittig angeordneten Garagenbereich, • östlichen Werkstättenbereich und • rundum befahrbaren Schlauchturm Der Organisationsbereich ist in einem Untergeschoß und zwei Obergeschoßen angeordnet. Im Untergeschoß befinden sich hauptsächlich Lagerflächen und die Schlauchwaschanlage, die das Hauptgebäude unterirdisch mit dem Schlauchturm verbindet. Das Erdgeschoß beinhaltet im Wesentlichen die Umkleideräume, den Bereitschaftsraum und den Kommandoraum mit „Florian“, welcher auf einem Podest von 90cm Höhe sitzt, um den Überblick über Vorplatz, Straße und Fahrzeughalle zu verbessern. Im Obergeschoß sind Büros, Schulungsräume, Küche und die Freizeit- und Aufenthaltsräume situiert. Die Vertikalerschließung erfolgt durch ein offenes Stiegenhaus, das zentral angeordnet ist. Über ein Oberlicht ist die Stiege gut belichtet. Gegenüber befindet sich der Lift, der im Erdgeschoß als Durchlader ausgebildet eine effiziente Anbindung über alle Geschoße gestattet. Die horizontale Erschließung konnte durch die ringförmige Anordnung im Obergeschoß und die möglichst reduzierte Ausformung in den anderen Geschoßen geringer als gefordert umgesetzt werden. Trotz der reduzierten Erschließungen ergeben sich durch die optimierte Anordnung ein großzügiger Eingangsbereich und ein offener Bereich vor den Schulungsräumen. Sämtliche Aufenthaltsräume sind nach außen orientiert und somit natürlich belichtet, bzw. be- und entlüftet. Die Fahrzeughalle ist zweireihig angeordnet. Eine Durchfahrbarkeit ist gegeben. Die Ausfahrtrichtung bei Alarmeinsätzen erfolgt stets zur Straße hin. Die Gesamthöhe der Halle ist durch die Bauhöhe der Träger und der Durchfahrtshöhe gleich den zweigeschoßigen Bauteilen. Falttore ermöglichen eine zügige Öffnung bei Alarmausfahrten. Die Situierung der Werkstätten und der Atemschutz-Wartungszone auf der östlichen Seite ermöglicht eine funktionsgerechte Anbindung an die Fahrzeughalle. Die im Obergeschoß liegenden Technikräume erfüllen die Anforderung der erhöhten Lage und sind zudem getrennt vom Organisationsbereich organisiert. Der Schlauchturm ist abgesetzt vom Hauptgebäude angeordnet um eine Nutzung von allen Seiten zu ermöglichen. Die Corten-Stahl-Fassade ist an den notwendigen Stellen verschwenkbar, um eine Erkletterung des Turms zu ermöglichen, ohne die Stahl-Fassade zu beeinträchtigen.

Wettbewerb
WNF /
3000 m²
Planung /
2014