WB ÖBB Stadtviertel

WB ÖBB Stadtviertel

Auf dem sogenannten Entwicklungsgebiet D, einer für den Bahnbetrieb nicht mehr benötigten ca. 8,9 ha großen Fläche der Österreichischen Bundesbahnen, soll ein neuer Stadtteil entstehen. Das Gebiet liegt an der nördlichen Kante des 10. Wiener Gemeindebezirkes und wird durch den Südtirolerplatz, die Laxenburgerstraße, die Landgutgasse, den Waldmüllerpark und den Margaretengürtel begrenzt.

 

Im Projekt wird ein städtebauliches Leitbild des Stadtgebietes erarbeitet, das als Grundlage zur Entwicklung des künftigen Masterplanes dienen soll.

 

Historisch ist das Wettbewerbsgebiet einem der ältesten Vorstädte Wiens, nämlich Matzleinsdorf zuzurechnen.

 

Der Wortteil „matz“ verortet das neue Stadtgebiet und setzt es in einen historischen Kontext. Der internationale Wortteil „city“ schlägt eine Brücke in die Gegenwart. Die fette Schrift ist das Symbol für städtische Dichtheit, kontrastiert durch die grüne Farbgebung, die für den Grüngürtel steht.

 

matzcity ist ein Stadtteil im menschlichen Maßstab.

 

Die Blockstruktur von matzcity erzeugt das Gefühl von „Stadt“. Durch jahrhundertelange kollektive Erfahrung begreifen Menschen eine Bebauung dann als „Stadt“, wenn Straßen und Plätze durch Blockrandbebauung eindeutig definiert sind. Zeilenbebauungen und „ausfließende Plätze“ verunsichern, verursachen ein Gefühl der Verlorenheit und werden daher von vielen Menschen nicht als städtische Struktur akzeptiert.

 

Das Projekt trägt dieser Tatsache Rechnung und entwickelt im Großteil des Gebiets eine Blockrandbebauung, die im Grätzlzentrum zu einer dichten, urbanen Stadtstruktur mit engen Gassen und kleinen Plätzen wird. Gemeinsam mit einer niedrigen Bebauung im Kern des Gebietes entsteht ein Stadtviertel im menschlichen Maßstab.

 

matzcity ist ein fußgängerorientiertes, autofreies Viertel und trotzdem mit dem eigenen PKW erreichbar. im Fokus der Überlegungen stehen fußläufige Distanzen, kurze Wege und die Vorstellung der primären Nutzung der Straße als öffentlichen Aufenthaltsraum. Die interne Erschliessung erfolgt in einem barrierefreien Fuß-und Radwegenetz.

 

In matzcity ist der Kontrast Stadtkern – Grünraum in hohem Maß erlebbar.

 

Wichtigste Freiräume sind das als „Grüner Ring“ zu verstehende Band um den dichter bebauten Stadtkern, die urbanen Straßenfreiräume und der großzügige „Zentrale Platz“ als neue Mitte des gesamten Stadtteils. Eine Ikone der Wiener Stadtfreiräume ist der Park, der hier neu interpretiert als großzügiges Freiraumband den gesamten Stadtteil umschließt. Typologisch entspricht diese Konzeption dem traditionellen Wiener Straßenpark, der netzwerkartig die Stadt mit Grün und weichen Freiraumangeboten bedient.

Als „Green Space“ versorgt er die matzcity mit einem hohen Grünanteil und Angebot an Spiel- und Freizeitsportmöglichkeiten.

 

Kreativcluster und neue Beislszene beleben matzcity.

Entwicklungsgebiet
WNF /
8,9 ha
Planung /
2009
Bauherr /
ÖBB